Integration beginnt vor dem Toolkauf
Integration wird in Transformationsprojekten erstaunlich häufig vergessen. Ein neues Tool wird ausgewählt, das Budget freigegeben, der Go-live terminiert. Erst spät stellt jemand die entscheidende Frage: Wie fügt sich dieses System eigentlich in die bestehende Landschaft ein?
Dann wird aus einer Architekturaufgabe eine Drucksituation. Kurz vor dem geplanten Go-live müssen Datenflüsse geklärt, Schnittstellen gebaut, Sicherheitsanforderungen erfüllt und Verantwortlichkeiten verhandelt werden. Unter Zeitdruck entstehen Übergangslösungen, die viel zu oft zum Dauerzustand werden.
Wer Integration erst am Ende plant, macht aus Architektur Krisenmanagement.
Mein Ansatz: Integration gehört in die Entscheidung
Ich bin deshalb gerne bereits Teil des Entscheidungsprozesses. Noch bevor ein Produkt gewählt oder ein Termin versprochen wird, klären wir gemeinsam, welche Prozesse betroffen sind, welche Daten fließen, welche Systeme führend bleiben und welche Anforderungen Betrieb, Sicherheit und Governance stellen.
So werden Abhängigkeiten sichtbar, Aufwand und Risiken realistisch bewertbar und die notwendigen integratorischen Maßnahmen zu einem belastbaren Teil der Gesamtplanung. Das schützt nicht nur den Go-live. Es schafft eine Architektur, die auch nach dem Projekt noch trägt.
Das beste Integrationsteam ist nicht das, das kurz vor dem Start am schnellsten reagiert. Es ist das, das auch früh genug mit am Tisch sitzt.
Robert FelsHamburg · 2026